Debbie

Geschrieben in: - November 08, 2010 Keine Kommentare

Als Debbie zu Windhunde in Not kam, war sie 6 Jahre alt. Ihre Besitzer erzählten uns, sie mussten ihr gesamtes Leben umstellen und hatten auch eine geografische Veränderung vor sich. All das betrachteten sie als zu große Belastung für ihre Salukis. Die kleine Hündin war schön, aber nicht sehr gesund: Herzfehler, Schilddrüsenprobleme, Niereninsuffizienz. Wir suchten und fanden für Debbie genau den richtigen Platz: eine ruhige Familie, in der sie gehegt und gepflegt wurde, in der sie glücklich sein durfte. Bis zu ihrem Lebensende…

Debbie

geb. 21.07.1996, gest. 14.10.2007

Sie kam zu uns am 24.08.2002, einfach nicht mehr gewollt von ihren Menschen bei denen sie 6 Jahre ihres Lebens verbrachte. Ein so liebenswertes Schätzchen, ruhig, verletzlich und doch freudig, mit ihren dunklen, tiefgründigen Augen hat sie sofort unsere Herzen erobert.

Sie wurde durch ihre Menschen bei uns abgegeben, ein Tränchen wurde noch rausgedrückt und drum gebeten, dass wir doch über sie berichten sollten, was wir natürlich gerne machen wollten. Ihre Menschen gingen und schauten nicht zurück und fragten auch später nie mehr nach ihr. Debbie stand am großen Balkon und schaute ihren Menschen nach – sie weinte, wir waren so gerührt, freuten uns so sehr, sie bei uns zu haben, ihr sollte es nie an etwas fehlen bis sie auch uns verlassen muss. Ihr Kummer war sehr groß, dieses kleine, zerbrechliche Schätzchen, sie fraß nicht und wir ernährten sie aus der Hand. An den Futternapf ging sie nur nachts wenn alles ruhig war, dann hörten wir ab und zu mal, dass sie ein bisschen von ihrem Futter nahm.

Wir wollten sie nicht alleine lassen und dachten, dass ein Freund ihr gut tun würde und so kam 4 Wochen nach ihrer Ankunft auch Sultan zu uns. Sultan hatte sie wohl etwas irritiert, er war ängstlich und nicht ganz einfach, aber sie übernahm es sofort ihn zu leiten, ihm auch zu zeigen, dass sie die Chefin ist und hat ihm die Sicherheit gegeben, die ihm gefehlt hat. Sie hat viel Geduld mit ihm gehabt, doch sie musste ihn auch maßregeln damit Ruhe einkehrt. Nach ca. 5 Wochen war sie richtig bei uns angekommen. Sie frisst gut, aber etwas merkwürdig – ein paar Häppchen, dann musste sie erst eine Runde durchs Haus laufen, immer und immer wieder bis der Napf leer war. Nach kurzer Zeit wusste sie wo die Leckerchen gelagert wurden und zeigte uns abends immer ca. 19 Uhr genau was sie wollte – nein Frauchen, dieses möchte ich nicht, ich möchte das andere gerne haben. Ihr liebster Platz ist im Bett, sie kuschelt für ihr Leben gerne, schön warm zugedeckt ob mit oder ohne Frauchen und Herrchen – im Bett ist es einfach toll.Sie begleitet uns mit Sultan ins Restaurant und benimmt sich wie eine große Dame, überall hin können wir sie mitnehmen, unauffällig und einfach nur lieb fügt sie sich in jede Situation. Nur eins mag sie nicht – sie legt sich nicht auf den Boden, nur wenn eine Decke drunter liegt. Und was macht Herrchen und Frauchen wenn die Decke vergessen wurde? Wir legen unsere Jacken drunter, damit Madame schön weich liegt und nicht friert.

Sie geniesst es mit Sultan zu rennen und es macht ihr einen Riesenspaß ihn zu jagen und er findet es toll einen Haken zu schlagen und sie erst mal ins Leere laufen zu lassen. Auf der Rennbahn lief sie auch ein paar mal, einfach nur zur Freude.  Immer wieder einmal bleibt sie stehen nachdem sie gerannt war und schreit, wir sind hoch besorgt, das gebrochene Bein, mit dem sie schon zu uns kam kann es nicht sein, denn dort zeigt Sie keine Schmerzen. Wir lassen sie von 3 Tierärzten untersuchen, von Herzspezialisten und keiner kann etwas feststellen. Wir lassen sie nicht mehr ausgiebig rennen und bremsen sie, damit sie sich nicht übernimmt.

Und dann im Dezember 2006 bricht sie zusammen nachdem sie mit Sultan rannte. Wir fahren mit ihr zu unserer Tierärztin. Am darauf folgenden Tag zu einem Herzspezialisten, es wurde festgestellt, dass die linke Herzklappe nicht mehr richtig schließt. Auch in der Uniklinik in Zürich lassen wir sie von Fachärzten durchchecken. Sie wird auf Medikamente eingestellt, wir haben Angst sie zu verlieren, sie frisst nicht und sie wird zwangsernährt, doch die Medikamente schlagen Gott sei Dank an und sie erholt sich. Nun frisst sie wieder richtig gut, es geht ihr wieder gut, sie spielt wieder und wir freuen uns über unser kleines Mäuslein. Dann Ende September fängt sie an zu husten, unsere Tierärztin vermutet Zwingerhusten, der gerade wieder einmal herum geht und sie bekommt ein Antibiotikum. Der Husten wird besser, geht aber nicht ganz weg und sie frisst wieder nichts mehr. Wieder wird sie zwangsernährt, wir päppeln sie mit vielen leckeren Dingen, aber sie möchte nicht mehr richtig. Sie beginnt schwer zu atmen, wir legen sie hoch, damit das Atmen leichter fällt. Sie wird so schwach, dass wir sie in den Garten tragen, damit sie ihr Bedürfnis verrichten kann. Eine weitere Untersuchung am 13.10.07 – röntgen des Brustkorbs – ergibt die schreckliche Diagnose – Lungenkrebs. Uns kommen die Tränen als wir dies hören – unser geliebtes Schätzchen. Am Sonntag den 14.10. nur ein Tag nach der Diagnose bekommt sie abends nur noch schlecht Luft und ist sehr unruhig, wir rufen noch um 22 Uhr unsere Tierärztin an und sie kommt sofort. Debbie liegt in unseren Betten, dort wo sie am liebsten lag, sie hat noch eine Lungenentzündung dazu bekommen und es gibt keine Rettung mehr für sie. Wir halten sie, wir streicheln sie und reden mit ihr, sie schaut ihr Frauchen an und dann ihr Herrchen, sie verabschiedet sich von uns, so herzzerreißend lieb und wir verabschieden uns von ihr. Sie legt den Kopf auf die Kissen und ist nur noch friedlich, ringt nicht mehr nach Atem und ist erlöst von ihrem entsetzlichen Leiden. Wir weinen und unsere Tierärztin mit uns, sie hat in ihrer 20 jährigen Tätigkeit noch nie gesehen, dass sich ein Hund so klar und intensiv von seinen Menschen verabschiedet hat, wie Debbie dies getan hat. Uns reißt es fast das Herz aus dem Leib.

Nun liegt sie da, ruhig und schön, ihr Charisma wirkt über ihren Tod hinaus, sie bekommt ihr Swarovskihalsband an und wir geben ihr das Stoffhundchen in den Arm mit dem sie immer gespielt hat. Sie ruht für immer in unserem Garten, ganz nah bei uns. Sie ist in unseren Herzen, unvergessen, über alles geliebt, wir sind sehr dankbar, dass wir sie bei uns haben durften.

Keine Antwort zu “Debbie”

Einen Kommentar schreiben