Iven & Jamal

Geschrieben in: - November 08, 2010 Keine Kommentare

Wir bekamen zwei Irische Wolfhounds in die Vermittlung, der Eine behindert, der Zweite sein Dauer-Lebensgefährte von Welpe an. Die Frage war: Sollen wir sie einzeln – natürlich in IW-Gesellschaft – oder doch besser zusammen vermitteln? Nach vielen Gesprächen mit IW-Interessenten, die sich vor allem für den jüngeren, gesunden Hund interessierten, und den Erfahrungen der Pflegeeltern beschlossen wir: Die beiden IW’s werden nur zusammen vermittelt! Wir waren überzeugt, das würde klappen, auch wenn es etwas länger dauern würde. Und – wie immer – unsere Hoffnung erfüllte sich:

Unsere Jungs

Dass wir heute wieder eine richtige Familie sind, verdanken wir Windhunden in Not. Unter richtiger Familie verstehen mein Mann und ich dabei, dass wir vierbeinige Kinder haben und zwar ganz bestimmte: Irische Wolfshunde. Bei uns war es Liebe auf den ersten Blick, als wir zum ersten Mal auf sanfte Riesen trafen. Es kam wie es kommen musste, unser erstes IW-Mädchen zog ein, unsere heiß geliebte Aenni. Ihr folgte später ein zweites Mädchen, unsere Blondie, die wir genauso liebten und die wir viel zu früh an Knochenkrebs verloren. Wir wollten gerne wieder einen vierbeinigen Partner für Aenni haben und Happy Kilroi kam. Dann kam der Tag, an dem wir beide verloren. Kilroi, den wir mit einem Nierenleiden übernommen hatten und der dementsprechend auch in Behandlung war, starb noch nicht einmal drei Jahre alt an akutem Nierenversagen. Wenige Stunden später folgte ihm unsere mittlerweile neuneinhalbjährige Aenni mit einer Pneumonie. Sie kollabierte einfach und alle Versuche sie zu retten, schlugen fehl.

Unsere Trauer war unermesslich. Wochen später beschlossen wir, uns nach einem Welpen umzusehen. Aber wie es das Schicksal wollte, besuchte ich die Seite von Windhunde in Not und da waren sie: Jackson und Karl, im wirklichen Leben Iven und Jamal genannt. Die beiden suchten ein neues Zuhause und das im Doppelpack. Erste Telefonate mit Anette Amann und Gisela Karas brachten uns die Beiden am Telefon näher. Dann rückte der lang ersehnte Tag an. Wir sollten Iven und Jamal kennenlernen. Von unserer Seite war alles klar, aber was würden die beiden Jungs zu uns sagen?

Liebe auf den ersten Blick! Nach dem ersten Kennenlernen kletterten sie so selbstverständlich in unser Auto, als wäre es das Normalste der Welt. Die freudigen Überraschungen hielten an. Ruhig und gelassen fuhren sie mit uns in ihr neues zu Hause. Dort war die Aufregung natürlich groß. Garten, Haus, Hühner, Katzen und restliche Familie galt es kennen zu lernen. Iven fiel direkt in den Teich und Jamal bekam von unserem Kampfkater Loui zur Begrüßung ein paar Watschen auf die Nase. Die erste Nacht verlief absolut ruhig. Beide hatten sich über Hundebetten, Sofas und Kuscheldecken ausgiebig informiert und sich für ihre Schlafgelegenheiten entschieden. Das Frühstück am nächsten Morgen war eines der Schönsten. Zwei Hundenasen, die sich auf den Tisch schieben wollten – wie hatten wir das vermisst. Iven schaffte es dabei tatsächlich, ein halbes Brötchen zu stibitzen, er ist halt geschickt. Der erste gemeinsame Spaziergang, am Anfang noch ein Ziehen an der Leine – jetzt laufen die Jungs, dort wo es die Gelegenheit erlaubt, schon frei und kommen auch lieb zurück, Leckereien und Streicheleinheiten ziehen halt immer –  später dann ein lockeres Gehen an der Verbindung Hund-Mensch. Das Kennenlernen der Nachbarschaftshunde – Freundlichkeit, egal ob Rüde oder Hündin samt deren Menschen. Hier herrscht die Meinung, toll, noch mehr Leute, die uns streicheln – die beiden vermitteln uns das Gefühl, als wären wir schon immer ihre Familie gewesen. Dass Iven dabei eine kleine Behinderung hat, spielt für uns keine Rolle. Seine Vorderbeine sind krumm, weil die Elle nicht richtig mitgewachsen ist. Er läuft prima mit.

Ich könnte noch von so vielen Gegebenheiten berichten – erster Besuch der Fußgängerzone mit Eiscafe-Besuch, hier dachten die Jungs ehrlich, die Eisbecher wären für sie oder die erste Begegnung mit Kühen und Schafen auf den Koppeln. Auch hier geht es Iven ruhig an, wogegen Jamal alles küssen will. Iven, der Ältere ist halt der souveränere der Beiden. Er geht alles ganz gelassen an und strahlt Ruhe aus, während Jamal der stürmische Draufgänger ist. Heute kommt es uns so vor, als würden die Jungs schon ewig bei uns sein. Unsere kleine Familie ist wieder komplett und in unseren Herzen wohnen dazu Blondie, Kilroi und Aenni. Drei Wölfe, die wir nie vergessen werden, denn jeder von ihnen war etwas ganz Besonderes, so wie auch Iven und Jamal es sind.

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